Eine Weihnachtskarte an einen Menschen, den man vor allem aus Besprechungen kennt, ist eine freundliche kleine Grenzüberschreitung. Sie sagt: Ich sehe dich auch außerhalb der Tagesordnung. Damit sie das sagt und nicht mehr, als beide wollen, lohnt es sich, vorher kurz nachzudenken.
Was gehört in eine berufliche Weihnachtskarte?
Ein Dank für das gemeinsame Jahr, ein Wunsch für die Feiertage und ein Blick nach vorn. Mehr braucht es nicht, und mehr will die Empfängerin meistens auch nicht. Eine berufliche Karte darf warm sein, ohne vertraulich zu werden, und sie darf kurz sein, solange sie nicht kühl klingt.
Sieben Formulierungen, die warm klingen, ohne zu viel zu wollen
- „Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr. Ich habe sie als angenehm und verlässlich erlebt.“
- „Ich wünsche Ihnen ruhige Feiertage und einen Start ins neue Jahr, der sich nicht nach Aufholen anfühlt.“
- „Danke für Ihr Vertrauen. Es ist nicht selbstverständlich, und ich weiß das.“
- „Für die Feiertage wünsche ich Ihnen Ruhe, für das neue Jahr Gelingen und für beides genug Zeit.“
- „Es hat Freude gemacht, dieses Jahr mit Ihnen zu arbeiten. Auf ein ebenso gutes nächstes.“
- „Danke für die Geduld an den Tagen, an denen sie nötig war. Ich habe sie bemerkt.“
- „Alles Gute für die Feiertage, Ihnen und den Menschen, mit denen Sie sie verbringen.“
Weitere 33 Formulierungen, auch für Familie und Freundinnen, stehen in Was schreibt man in eine Weihnachtskarte?
Was besser draußen bleibt
Die meisten beruflichen Karten misslingen nicht am Ton, sondern an einem Satz zu viel. Drei davon kommen immer wieder vor.
- Der Rückblick auf das Schwierige. „Auch wenn das Projekt uns einiges abverlangt hat“ ist ehrlich gemeint und liest sich doch wie eine späte Abrechnung. Wer das Schwierige würdigen will, dankt für die Geduld, statt an die Ursache zu erinnern.
- Der Hinweis auf das nächste Angebot. Sobald eine Karte etwas verkaufen will, ist sie keine Karte mehr, sondern Werbung mit Tannenzweig. Das spürt jeder Empfänger, und es kostet mehr Wohlwollen, als das Angebot einbringt.
- Die Nähe, die im Alltag nicht da war. „Ich vermisse unsere Gespräche“ kann vollkommen aufrichtig sein und trotzdem irritieren, wenn man sich seit März nicht gesprochen hat. Eine Karte darf die Beziehung würdigen. Sie sollte sie nicht neu erfinden.
Und eine Kleinigkeit, die mehr entscheidet, als sie sollte: Eine Karte mit gedruckter Unterschrift ist eine E-Mail auf teurem Papier. Wenn schon eine Karte, dann mit der eigenen Hand.
Duzen oder siezen?
So wie im Alltag auch. Weihnachten ist kein Anlass, die Anrede zu wechseln, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wer eine Kollegin das ganze Jahr duzt, duzt sie auch auf der Karte, und wer siezt, bleibt dabei. Der Ton der Karte darf trotzdem wärmer sein als der einer Mail. Das ist der eigentliche Unterschied, nicht das Fürwort.
Eine Karte für alle oder eine für jeden?
Bei zwanzig Empfängern und mehr darf der Grundtext derselbe sein. Was den Unterschied macht, ist der handgeschriebene Zusatz darunter: ein Satz, der nur für diesen einen Menschen gilt. Er dauert zehn Sekunden und entscheidet darüber, ob die Karte auf dem Schreibtisch stehen bleibt oder im Altpapier landet.
Wenn ein ganzes Team unterschreibt, lohnt es sich, die Karte langsam herumgehen zu lassen, statt sie zwischen zwei Terminen unterschreiben zu lassen. Fünf verschiedene Handschriften erzählen mehr von einem Team als fünf Namen unter einem gedruckten Text.
Wann muss die Karte raus?
Eine Woche früher als im privaten Kreis, also zwischen dem ersten und dem zweiten Advent. In vielen Betrieben sitzt ab dem 20. Dezember niemand mehr am Schreibtisch, und eine Karte, die dann ankommt, wird im Januar mit der Werbepost weggeräumt. Die einzelnen Fristen stehen in Wann verschickt man Weihnachtskarten?
Welche Karte passt für den beruflichen Kreis?
Eine, die sich zurücknimmt und innen Platz lässt. Die Schöne Feiertage Weihnachtskarte kommt ohne religiösen Bezug aus und passt damit für fast jeden Empfänger. Wer es noch neutraler mag, nimmt die Wünsche für dich Postkarte, die auch im Januar noch stimmig ist.
Für größere Mengen gibt es das Karten-Set Christmas. Alle Karten sind klimaneutral in Deutschland gedruckt, und das darf auf einer beruflichen Karte ruhig ein Satz wert sein.
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