Eine Hand hält drei Affirmationskarten, vorne die Karte „Du bist stark“
Ermutigung

Affirmationen richtig formulieren: die drei häufigsten Fehler

Die Karte ist umgedreht, die Rückseite ist leer, und jetzt soll da ein eigener Satz hin. Die meisten schreiben dann etwas, das klingt wie aus einem Ratgeber, und wundern sich, warum es nichts auslöst. Es liegt fast nie an der Absicht. Es liegt fast immer am Satzbau.

Wie formuliert man eine Affirmation richtig?

Eine Affirmation steht in der Gegenwart, ist ohne Verneinung formuliert und so nah an der Wirklichkeit, dass man sie ohne inneren Widerspruch aussprechen kann. „Ich bin dabei, ruhiger zu werden“ ist besser als „Ich bin immer ruhig“, weil der erste Satz stimmt und der zweite nicht. Und sie ist kurz genug, um sie laut zu sagen, ohne Luft zu holen.

Fehler 1: Der Satz verneint etwas

„Ich habe keine Angst mehr vor dem Gespräch.“ Was bleibt hängen? Die Angst und das Gespräch. Unser Kopf kann ein Wort nicht streichen, indem er es hört, er kann es nur wiederholen. Eine Verneinung malt genau das Bild, das sie wegwischen will.

Besser ist der Satz, der an die Stelle tritt: „Ich gehe in das Gespräch und sage, was ich vorbereitet habe.“ Das ist länger, aber es zeigt in eine Richtung. Und man kann es sich vorstellen, das ist der Punkt.

Fehler 2: Der Satz steht in der Zukunft

„Ich werde selbstbewusster.“ Das ist ein Vorsatz, keine Affirmation. Die Zukunft ist der Ort, an dem alles noch offen ist, und ein Satz, der dort steht, verlangt heute nichts. Man kann ihn jeden Morgen sagen, und es ändert sich nichts, weil er nie fällig wird.

Die Karten im Affirmation Set stehen ausnahmslos in der Gegenwart: „Du bist authentisch.“ „Du bist selbstbewusst.“ Das ist kein Zufall. Ein Satz in der Gegenwart ist entweder wahr oder er stört, und beides ist nützlich. Wenn er stört, weiß man, wo die Arbeit liegt.

Fehler 3: Der Satz ist zu groß

„Ich liebe mich vollständig.“ Für jemanden, der sich gerade kaum im Spiegel ansehen mag, ist das kein Zuspruch. Es ist eine Messlatte, und sie hängt zu hoch. Der Abstand zwischen Satz und Wirklichkeit wird laut, und was man hört, ist nicht der Satz, sondern der Abstand.

Ein Satz, den man glauben kann, ist kleiner. „Ich bin heute freundlich zu mir.“ Oder mit einer Begründung, wie auf der Karte: „Du bist wundervoll. Niemand anderes kann so sein wie du.“ Der zweite Teil macht aus der Behauptung eine Beobachtung. Man kann sie prüfen, und sie hält stand.

Wie ein Satz entsteht, der hält

  1. Fang mit dem an, was dir fehlt, nicht mit dem, was du sein willst. „Ich fühle mich klein“ ist der ehrliche Anfang, und ohne ihn wird der Rest ein Wunschzettel.
  2. Dreh es um, ohne zu übertreiben. Nicht „Ich bin groß“, sondern „Ich nehme den Platz, der mir zusteht“.
  3. Setz es in die Gegenwart und streich jedes „nicht“ und jedes „kein“.
  4. Sag es laut. Wenn du dabei den Kopf schüttelst, ist der Satz noch zu groß. Mach ihn kleiner, bis du nicken kannst.
  5. Schreib ihn auf die Rückseite einer Karte und leg sie dorthin, wo dein Blick am Morgen zuerst hinfällt.

Drei Beispiele, vorher und nachher

  • „Ich bin nicht mehr so chaotisch.“ wird zu „Ich erledige heute eine Sache ganz.“
  • „Ich werde mutiger sein.“ wird zu „Ich sage heute einmal, was ich denke.“
  • „Ich bin die beste Mutter.“ wird zu „Ich bin die Mutter, die meine Kinder brauchen.“ Das ist auch der Gedanke hinter den Affirmationskarten für Mamas: nicht die beste von allen, sondern die richtige für diese Kinder.

Und wenn der Satz von jemand anderem kommt?

Dann darf er größer sein. Ein Satz, den eine Freundin dir schreibt, muss nicht erst von dir geglaubt werden, bevor er wirkt, weil sie ihn glaubt. Deshalb sind die Karten aus dem Set als Geschenk oft stärker als für den eigenen Spiegel: „Du bist ein Hoffnungsträger“ von jemandem, der es gesehen hat, ist keine Behauptung, sondern ein Zeugnis.

Wie man Affirmationskarten benutzt, allein und zu zweit, steht in Affirmationskarten: was sie sind und wie man sie benutzt. Und für Töchter gelten eigene Regeln, die stehen in Affirmationskarten für Mädchen: welche Sätze zu welchem Alter passen.

Für die Wand, wenn der Satz gefunden ist: das „I Am“ Poster (14,50 €) sagt ihn in sieben Wörtern, das „You Are“ Poster (14,50 €) sagt ihn zu jemand anderem. Und wer lieber fragt als behauptet, findet im Reflexionskarten-Set (29,90 €) 24 Fragen für den Abend.

Affirmationskarten und Poster mit Zuspruch: