Eine Frau schreibt in ein Notizbuch, daneben steht eine Porzellantasse
Ermutigung

Journaling im Herbst: 15 Fragen für lange Abende

Das leere Blatt ist der Grund, warum die meisten Tagebücher nach drei Seiten enden. Du sitzt davor und sollst etwas über dich schreiben, und dir fällt nichts ein, was gut genug wäre. Eine Frage löst das Problem, weil sie dem Blatt einen Anfang gibt, und der Rest kommt von allein, meistens schneller, als du denkst.

Wie fängst du mit Journaling an?

Mit einer Frage statt mit einem leeren Blatt, mit zehn Minuten statt mit einer Stunde, und mit einem festen Platz im Abend. Mehr braucht es nicht: ein Heft, einen Stift, eine Tasse, die lange warm bleibt. Wenn du dir die ersten zwei Wochen jeden Abend dieselbe Zeit nimmst, hast du danach eine Gewohnheit, und Gewohnheiten brauchen keine Motivation mehr.

15 Fragen für den Herbst

Eine Frage je Abend, nicht alle auf einmal, und nicht in dieser Reihenfolge, wenn eine andere gerade näher liegt.

Für den Anfang

  1. Was hat mir heute gutgetan, ohne dass ich es geplant hatte?
  2. Wann war ich heute ganz bei einer Sache, und welche war es?
  3. Wen habe ich heute kurz im Kopf gehabt und mich nicht gemeldet?
  4. Was habe ich diese Woche zu Ende gebracht, auch wenn es klein war?
  5. Welcher Satz, den jemand zu mir gesagt hat, hängt noch nach?

Für die Mitte des Herbstes

  1. Was lasse ich in diesem Jahr liegen, und ist das in Ordnung?
  2. Was würde ich tun, wenn der Abend drei Stunden länger wäre?
  3. Welche Gewohnheit aus dem Sommer vermisse ich, und welche nicht?
  4. Wofür war ich diese Woche dankbar, bevor ich es vergessen habe?
  5. Was möchte ich im Dezember über diesen Oktober sagen können?

Für die Tage, an denen es schwer ist

  1. Was brauche ich gerade, und wer könnte es mir geben, wenn ich fragte?
  2. Welcher Gedanke kommt jeden Abend wieder, und was will er?
  3. Was würde ich einer Freundin raten, die genau da steht, wo ich stehe?
  4. Was war heute trotzdem gut?
  5. Welchen Satz würde ich gern morgen früh als Erstes lesen?

Die letzte Frage hat eine Fortsetzung: Schreib den Satz auf eine Karte und leg sie auf den Nachttisch. Warum das wirkt, erklären wir in Affirmationskarten: was sie sind und wie man sie benutzt.

Warum ist eine Frage besser als ein leeres Blatt?

Weil ein leeres Blatt nach Bedeutung verlangt und eine Frage nur nach einer Antwort. Vor dem leeren Blatt überlegst du, ob der Tag es wert war, aufgeschrieben zu werden. Vor einer Frage überlegst du, was wahr ist. Das Zweite geht schneller und bringt mehr, weil es ehrlicher ist. Deshalb haben die 24 Karten im Reflexionskarten-Set (29,90 €) auf der Rückseite je eine Frage und auf der Vorderseite einen kurzen Gedanken dazu. Eine Karte am Abend, vier Wochen lang, und das Set ist durch.

Wie lange solltest du schreiben?

Zehn Minuten, mit Blick auf die Uhr. Die Begrenzung ist kein Mangel, sondern der Grund, warum du es morgen wieder tust. Wenn du dir eine halbe Stunde vornimmst, findest du nach drei Abenden eine Ausrede. Wenn du zehn Minuten schreibst, hörst du meist mitten im Satz auf und freust dich auf den nächsten Abend. Das Heft darf dabei schlicht sein. Das Notizbuch Cheers to (13,95 €) hat hundert Seiten und alle paar Seiten einen ermutigenden Satz, der genau dann kommt, wenn du einen brauchst.

Und wenn du lieber eine Struktur hättest?

Dann ist ein geführtes Journal das Richtige. Das Protect your peace Journal (19,90 €) fragt jede Woche nach einem Fokus, nach Zeit für sich selbst und nach dem, was gut gelaufen ist, auf 84 Seiten Naturpapier in DIN A5. Wenn du tiefer gehen willst, nimm The World Changer Journal (29,90 €), sieben Wochen mit zehn bis fünfzehn Minuten am Tag, gemeinsam mit einer Psychologin entwickelt.

Das Schreiben ist eines von zwanzig Ritualen, die wir für die dunkle Jahreszeit gesammelt haben, in Herbstabende gemütlich machen. Und welche Tasse dabei auf dem Tisch stehen sollte, damit der Tee die zehn Minuten übersteht, verrät Die richtige Tasse für den Herbst.

Zum Schreiben an langen Abenden: