Irgendjemand schreibt im November in den Gruppenchat: „Wichteln dieses Jahr?“ Dann kommen zwölf Daumen, und danach passiert drei Wochen nichts, weil niemand die Regeln festlegen will. Dabei sind es nur fünf, und wer sie einmal aufschreibt, hat für alle Jahre Ruhe.
Wie funktioniert Wichteln im Büro?
Jede Person zieht verdeckt den Namen einer anderen, kauft für sie ein Geschenk bis zu einem vereinbarten Betrag und übergibt es an einem festen Termin, meist ohne zu verraten, von wem es kommt. Damit das klappt, braucht es eine Auslosung, ein Budget, eine Regel zur Anonymität, einen Termin und eine Antwort auf die Frage, was passiert, wenn jemand ausfällt.
Die fünf Regeln, die Streit vermeiden
- Mitmachen ist freiwillig, und niemand fragt nach dem Grund. Wer im Dezember knapp bei Kasse ist oder schlicht keine Lust hat, soll das nicht erklären müssen. Die Liste der Teilnehmerinnen wird einmal geschlossen, danach wird gelost.
- Die Auslosung macht eine Person, die selbst mitspielt, aber nicht nachsehen kann. Zettel in einer Schale, jede zieht, wer sich selbst zieht, legt zurück. Für verteilte Teams gibt es kostenlose Auslosungsdienste im Netz, die jeder Person nur ihren eigenen Namen schicken.
- Das Budget wird vorher genannt, als Obergrenze. Zehn oder fünfzehn Euro sind im Büro üblich, zwanzig ist die obere Grenze. Wer darunter bleibt, hat nichts falsch gemacht. Wer darüber liegt, macht den anderen ihr Geschenk klein.
- Anonym oder nicht, beides ist erlaubt, aber es wird vorher entschieden. Anonym ist spannender, offen ist wärmer, weil man sich bedanken kann. Ein Mittelweg: Die Geschenke werden anonym übergeben, und am Ende darf raten, wer will.
- Ein fester Termin, an dem alle da sind. Der letzte Arbeitstag vor den Feiertagen ist naheliegend und meistens falsch, weil dann die Hälfte schon im Urlaub ist. Besser ein Nachmittag Mitte Dezember, mit Kaffee, ohne Tagesordnung.
Welches Budget ist im Büro üblich?
Zwischen zehn und zwanzig Euro. Darunter wird es schwer, etwas zu finden, das nicht nach Pflicht aussieht, darüber fühlt es sich für manche wie eine Ausgabe an, die sie nicht wollten. Der Betrag gehört in die Einladung, nicht in ein späteres Gespräch. Und er gilt für alle gleich, auch für die Chefin.
Was schenkt man einer Kollegin, die man kaum kennt?
Etwas, das jede benutzen kann, und dazu einen Satz, der zeigt, dass man hingesehen hat. Eine Postkarte wie Danke, dass es dich gibt (2,00 €) mit zwei handgeschriebenen Zeilen, die eine kleine Beobachtung enthalten, macht aus einem Tee oder einer Kerze ein Geschenk für genau diese Person. Wer mehr ausgeben darf, findet in Wichtelgeschenke für Frauen: 15 Ideen bis 20 Euro eine Liste nach Preisstufen.
Zwei Dinge sind im Büro besser als anderswo: ein Notizheft (6,00 €), weil es auf jedem Schreibtisch einen Platz findet, und der Wochenplaner-Block (9,95 €), weil die Woche im Büro ohnehin geplant werden muss und das auf Papier ruhiger geht als am Bildschirm.
Was tun, wenn jemand krank wird oder vergisst?
Das passiert jedes Jahr, und es ist kein Drama, wenn man vorher darüber gesprochen hat. Die einfachste Lösung: Wer ausfällt, gibt sein Geschenk nach, und wer deshalb leer ausgeht, bekommt an dem Tag ein Ersatzgeschenk aus einem kleinen Vorrat, den die Organisatorin anlegt. Zwei Karten und eine Tafel Schokolade reichen dafür. Niemand steht dann am Tisch mit leeren Händen, und das ist der einzige Moment, der beim Wichteln wirklich wehtut.
Und wenn die Runde lieber Schrottwichteln will?
Dann gelten andere Regeln: Statt zu kaufen bringt jede etwas von zu Hause mit, das sie nicht mehr will, und verpackt es so, dass niemand ahnt, was drin ist. Der Abend wird lauter und lustiger, aber er ist nichts für Kolleginnen, die sich noch nicht gut kennen. Was für welche Runde passt, steht in Schrottwichteln oder echtes Wichteln?
Eine Vorlage für die Einladung
Damit niemand mehr drei Wochen wartet, hier ein Text, der alle fünf Regeln enthält und in jeden Gruppenchat passt:
„Wir wichteln dieses Jahr wieder. Mitmachen ist freiwillig, sag bis Freitag Bescheid. Danach lose ich aus und schicke jeder ihren Namen. Budget: höchstens 15 Euro. Übergabe am 16. Dezember um 15 Uhr in der Küche, anonym, am Ende darf geraten werden. Wer krank ist, gibt nach, niemand geht leer aus.“
Sieben Sätze, und der Dezember im Büro hat einen Termin, auf den man sich freuen kann.
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